Kompost richtig anlegen: Der komplette Einstieg für den Hausgarten

Ein guter Kompost verwandelt Küchen- und Gartenabfälle in einen der besten Bodenverbesserer, die es gibt — kostenlos und ohne Kunstdünger. Ein schlecht angelegter Kompost dagegen wird schnell zu einem stinkenden, schleimigen Haufen, der niemandem hilft. Der Unterschied liegt fast immer im Mischverhältnis und in der Pflege.

Den richtigen Standort wählen

Ideal ist ein halbschattiger Platz mit direktem Erdkontakt, damit Regenwürmer und Mikroorganismen von unten einwandern können. Ein Mindestabstand zum Nachbargrundstück und etwas Schutz vor praller Mittagssonne verhindern, dass der Haufen im Sommer zu schnell austrocknet.

Das Mischverhältnis entscheidet

Kompost braucht zwei Arten von Material: feuchtes, stickstoffreiches "Grünes" wie Rasenschnitt, Gemüsereste und frischer Grünschnitt, sowie trockenes, kohlenstoffreiches "Braunes" wie welkes Laub, Stroh, Karton oder kleine Äste. Als Faustregel gilt ein Verhältnis von etwa zwei bis drei Teilen Braun zu einem Teil Grün. Zu viel Grünes allein wird schnell matschig und beginnt zu faulen; zu viel Braunes allein verrottet kaum und bleibt jahrelang unverändert liegen.

Was hinein darf — und was nicht

Rohes Obst und Gemüse, Kaffeesatz mit Filter, Eierschalen, Laub, Rasenschnitt und unbedruckter Karton eignen sich sehr gut. Nicht hinein gehören gekochte Essensreste und Fleisch, da sie Ratten anlocken, sowie kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzenteile, da sich Krankheitserreger sonst über den fertigen Kompost im ganzen Garten verteilen.

Schichten statt wahllos werfen

Am besten beginnt man mit einer groben, luftigen Schicht aus Ästen oder Zweigen ganz unten, damit von Anfang an Luft von unten zirkulieren kann. Darüber wechseln sich grobe Lagen aus Grünem und Braunem ab, ähnlich einer Lasagne. Diese Struktur sorgt dafür, dass Luft und Feuchtigkeit gleichmäßig durch den ganzen Haufen gelangen.

Woran erkennt man fertigen Kompost? Er ist dunkelbraun bis schwarz, krümelig, riecht angenehm nach Walderde und die ursprünglichen Ausgangsstoffe sind nicht mehr als solche erkennbar. Bis dahin vergehen je nach Pflege und Jahreszeit etwa sechs Monate bis zu einem Jahr.

Pflege: Feuchtigkeit und Umsetzen

Der Haufen sollte sich anfühlen wie ein ausgewrungener Schwamm — nicht trocken wie Stroh, aber auch nicht nass und matschig. In trockenen Sommern lohnt sich gelegentliches Gießen, bei Dauerregen hilft eine lockere Abdeckung. Wird der Kompost zusätzlich alle paar Monate mit einer Grabegabel umgeschichtet, gelangt frischer Sauerstoff hinein und der Verrottungsprozess beschleunigt sich spürbar.

Häufige Fehler

Ein unangenehmer, fauliger Geruch deutet fast immer auf zu viel Feuchtigkeit und zu wenig Sauerstoff hin — meist durch zu viel frisches Grünmaterial ohne ausgleichendes Braunes. Abhilfe schaffen trockenes Material untermischen und den Haufen auflockern. Passiert über Monate hinweg gar nichts, fehlt es meist an Feuchtigkeit oder an ausreichend Grünmaterial als Stickstoffquelle.

Kurz zusammengefasst

Der Kompost gelingt fast von selbst, wenn drei Dinge stimmen: ein durchlässiger Standort mit Erdkontakt, ein ausgewogenes Verhältnis aus Grünem und Braunem, und regelmäßige, aber unaufwendige Pflege durch Feuchtekontrolle und gelegentliches Umsetzen.